KONTAKT // ABOUT // PROJEKTE // TEXTE // HOME
(Anm.: Folgender Text wurde von mir und Jan Braun im Juni 2016 bei einer Lesereihe namens Buch im Beisl vorgetragen. Die kursiven Passagen stammen dabei von Jan Braun, während die normalgestellten von mir verfasst sind. Eine Aufzeichnung der Lesung findet sich im Übrigen hier)

10 MASSNAHMEN ZUR RETTUNG DER LITERATUR

1) Die Erfrischung

Ich sage es hiermit und meine es auch so, dass ich gerne verzichte auf eine Karriere am Literaturmarkt und den
Wer-auch-immer-Preis das
St.-Sowieso-Stipendium das
Schieß-mich-ins-Knie-in-Residence-Programm sowie auf ein
Lob im Feuilleton des Potemkinschen-Dorf-Botens und die Empfehlung der berühmten Lektorin
Barby-Puppy-Ehschowissen sowie den fetzigen
Lummerland-ist-abgebrannt-Slam und die
Denn-sie-fühlt-wie-du-den-Schmerz-Anthologie.

Denn der Preis dafür bei all diesen sehr wichtigen sowie mir innigst am Herz liegenden Veranstaltungen "am Start zu sein" wie es heißt, wäre es, erfrischend zu sein, und ich sage es ehrlich, ich fürchte, dass ich das nicht leisten kann. Maschinengewehrartig schießen derweil die Kulturleistungen, die schon wieder jemand vollbracht hat, aus dem Boden wie ein unterirdischer Fungus.

Besonders erfrischt hat uns rezent beispielsweise Vea Kaiser, die uns mit ihrer luftigen Tischlerarbeit "Blasmusikpop" über alle gottseidank unpolitischen Usancen des normalen Glücks unterrichtet hat.
Zu ihrer tüchtigen Collage hat Frau Kaiser neben ihren drei großen Leidenschaften Altgriechisch, Fußball und Stöckelschuhe vor allem der Wunsch befleißigt, eine "Abkehr von der österreichischen Moderne des Hasses zu vollziehen", da sie, wie sie weiter ausführt, "einfach kein Mensch des Hasses sondern der Liebe sei sowie die ganze Welt unablässig umarmen könnte." Vor allem aber müsse man auch "die imaginären Figuren mit Fairness behandeln."
Die Kritiker winden sich in Anbetung vor der Frische des Blasmusik-Werkes, während der Rest der Welt mit Blut, Schweiß und Placentaresten bedeckt ist, die das kaiserliche Erfrischungstüchlein aber glücklicherweise einfach wegwischt. Es handelt sich dabei, wie schon erwähnt, um ein ganz besonders liebevolles Tüchlein.

Die erste Maßnahme zur Verbesserung der Literatur ist es daher, noch erfrischendere Texte zu schreiben, beziehunsgweise den Menschen mit so frischen Winden in den Kopf zu wehen, dass die Sprachzentren rücklings ins Freie fallen.

2) Das Vaporisieren

Tut nicht nur mir und uns, sondern sicher auch vielen anderen das alles ganz furchtbar vea, ich also sagen will, dass weder das Feuillton, noch die Bachmanninzestsippe mit ihrer jahrelangen Gutbürgerbildung (wenn das Innebirg wüsste), noch das Publikum so hirnverwaist sein können , dass Rubinowitze oder derlei Verköcheltes in irgendeiner weise etwas darstellen, was sich komplex und raffiniert, oder irgendwie salient erweisen könnte; viel eher stellt sich die Frage, wer die Inhalationsgerätebauer sind, die den Dampf der Belanglosigkeit weiter herumvaporisieren wollen, oder ob es tatsächlich dem Ungeist unsrer Mitmonster entspricht, Journalistenpoesie als GROSSE Kunst zu feiern. Zur Halbverköchelung gesellt sich zudem ein erscheinen der Mitten als überaus unangenehm schwammig und überdick, es mannt an vielen Ecken und wo es nicht mannt, da romant es zumindest.

Ich empfehle also zur Schlankwerdung der Romanmitte 120 Liegestütze und 120 Sit-ups und vielleicht können wir nach etlichen Schönheits-Ops und Fettabsaugungen darüber reden, wie man sich den Shape erhält, mit dem armen TEX etwa reden, der meint "man kann sich einfach hinsetzen und in zehn Tagen einen Roman schreiben. Wenn der arme Kerl, der sowieso nur zwei Stunden für einen 20 oder 30-Seiten-Text braucht, dann Angst vor der Post-Bachmann-Depression hat, so könnten wir ihm, sozusagen als Zugabe und 2.1. noch zu den 25000 Euro zusätzlich die Therapie zahlen. Wot seij ju, Texas?

3) Der endlose Strom

Für viele, ob Schreibende oder Feuilletonisten, scheint es heute nur mehr einen einzigen Zweck der Literatur zu geben, den man mit dem Wort "Selbsterfahrung" umschreiben will.

In diesem Lichte gesehen dient die Poesie vorwiegend der Vermittlung von sogenannten Erlebnissen. Valide Erlebnisse sind z.B. Reisen, die Liebe (Romanzen, Affairen, Enttäuschungen, Polyamorie!), tragische Tode, das Leben im Allgemeinen und natürlich vor allem das Aufwachsen an sich und als solches. Erste Gefühle erwachen, sie wollen in die parfümierten Seiten geworfen werden, damit andere sich in ihnen wiedererkennen.
Besonders junge Menschen fühlen meistens sehr stark. Sie haben viele Erfahrungen zu verarbeiten und anzubieten; diese müssen zuerst sortiert und dann in Versform gebracht werden. Wir sitzen später in der Lesung und bemerken: hier finden Zeilenumbrüche statt, denn jemand hat mit Anstand und System die Entertaste in der Mitte von Sätzen gedrückt, ergo Lyrik.

Das authentische Leben ist somit unbedingt anzustreben.
Wir rudern mit waidwundem Blick über den Ganges, die Blätter werden eng am eigenen Körper geführt, der Schaft tief in die stillen Wässer des Lebens gedrückt. Die Literatur als Psychologin stellt uns Rezepte aus: Kardamom vermittelt Exotik, Portwein Lebenslust, eine unbekannte Süßspeise aus dem Orient zeigt, dass einem nichts Menschliches fremd ist - die fernen Grießnockerln der Oma aber beweisen dabei Bodenständigkeit. Unablässig muss zur Lebendigerhaltung die eigene Biographie in den Text eingeführt werden wie eine prall gefüllte Magensonde, und sei seine Existenz komatös und künstlich und nur für die Bestattung geschminkt, egal!

Maßnahme: Fühlen Sie ein Glas halb voll statt leer und schreiben Sie es auf bis die Seite vor Authentizität vor Ihren Augen verschwimmt.

4) Zwei Lager der Literatur

Hier sehen SIE: Die Moderne. Bildungsbürger, die mit ihrem matten kolonialen Kanonreferenzsystem versuchen, Literatur und Kultur und Wissenschaft banal schmackhaft zu machen, da ein Gauß, verziert, dort ein Blumenberg, verzuckert, geiste Elite und abendländische Onanie, wenn Musik, dann [Wiener] Klassik. Wohlgeformte Sätze sind ihre Penisboyleluftpumpe, die rechte Grammatik ihr Siliconvalleydatabusen. Sie produzieren literarische Ratgeber zur Orientierung im Kanonkulturdschungel oder lassen uns über die Spleens der ganz ganz Großen Schmunzeln. Sie fördern Burgtheaterabonnementen. Sie abonnieren selbst. Unentwegt.

Dort sehen SIE: Die sich selbst halbtotironisierte POSTmoderne. Über die Mickrigkeit der Conditio Humana Bescheid wissend, über alles Bescheid wissend, wissend, desillusioniert schreiben sie nur mehr über sich selbst und ihren Szenebezirk und ihre Szenebezirkbedürfnisse und ihre Szenebezirkdos und dont’s und den Spaß, den man TROTZDEM haben kann und muss. Das Abstraktionsniveau reicht nicht über die eigenen Rauschbedürfnisse hinaus, denen sie regelmäßig nachgehen. Rauschspießer allesamt, versuchen sie sich durch die Fokussierung auf die eigene Leistengegend in promisker Agonie durch die Welt zu poppen und halbwegs über Wasser zu halten. Sie glauben eine Generation zu sein, sie glauben wirklich, die Sprecher einer Generation zu sein.

Maßnahmen: Überwindung von Moderne und Postmoderne.

5) Hinter den Kulissen

Ich möchte Ihnen etwas Schreckliches verraten, von dem ich mir nicht sicher bin, ob Sie es überstehen werden. Es könnte Ihnen blümerant werden, Riechsalze für die zarter Besaiteten stehen schon bereit. Ich bitte um eine Festklammerung an den Stuhllehnen JETZT.
Die sogenannten Personen, die Sie so lebensecht und fleischlich zwischen Ihren Buchdeckeln entnehmen konnten, diese sogenannten CHARAKTERE, existieren gar nicht wirklich.

Auch wenn sie meinten, sie mit Händen greifen, oder wahlweise mit Füßen treten zu können, waren sie nie und werden nie, und ich fürchte, ich habe dem Ganzen noch etwas hinzuzufügen.
An die Autoren! Ich weiß, Sie haben diesen einen Charakter nicht nur aus Ihrem Herzblut unter Schreien und starken Wehen herausdestilliert, sondern ihn zudem in mehreren sehr klaren Vollmondnächten in Laken mit sich getragen, wonach Ihr Verleger in ihm die pure, reine Menschlichkeit erkannte, die er zuvor auch in Ihnen erkannt hatte.
Deshalb durften Sie ja den Vertrag unterzeichnen. Sie haben ihren sogenannten Protagonisten Tag und Nacht mit sich herumgetragen, oder Jahre mit ihm verbracht, oder würden gerne auf ein Bier mit ihm gehen. Nur leider ist es so, dass, wie es die Natur ihres Berufes ist, sie die ganzen Jahre leider nur mit sich selbst verbracht haben, ein Bier mit sich selbst tranken (oder vielleicht waren es auch eher drei) und nur sich selbst in einer Eigenschwangerschaft in freudiger Erwartung aufs Papier blüteten.

Das liegt daran, dass Sie leider entgegen Ihrem eignen Dafürhalten NICHT die selben Kompetenzen haben wie die Natur, nämlich Wesen zu "machen" - und selbst wenn Sie sich im Rahmen Ihrer Zeugungsfähigkeit betätigen sollten, wird der bei Fehlverhütung entstehende Mensch ihnen nicht angehören. Leider wirken Sie in niemand anderem fort, sondern nur in sich selbst, und sogar das ist schon zu viel gesagt.

Maßnahmen: Nochmals gebären.

6) Das Wicht – ICH: Zusatz zu den zwei Lagern

Obwohl einen das unhintergehbare Gefühl beschleicht, dass das Ich auf so vielerlei Arten schon gestorben und korrodiert ist, zumindest der Kulturundbücherundkunstmensch (das ist auch eine ekelige Schichtenarroganz) mit keiner Art von ICH herumhantieren kann, da alle möglichen Ismen das verunmöglicht haben und das ist auch schön; gleichzeitig dämmern aber unter anderem die Facebookverkleidungen in ichiger Morgenröte und performativer Dauerhelixbewegung diesem Abhandegekommen entgegen, wie es scheint, und proklamieren Konsistenz und Konstanz, wo keine ist. Der kontingente Gegenwartsmensch möchte sich offenbar trotz seiner Inkonsistenz immer seiner selbst gewiss sein und muss deswegen auch die Literatur in Erfahrungsberichten und immer und ausschließlich in Erfahrungsberichten abtippen und niederschreiben. So meinen sie, die Schreiberlinge, dass ihre spezifischen und mitunter banalen, mickrigen, vielleicht auch wundervollen Erfahrungen ebenso unverblümt und also ungefiltert und undverzerrt und komplett unbearbeitet ebenso stark sind, wie sie subjektiv empfunden werden und so müssen wir Szeneromane und Szenegeschichten lesen/ertragen, müde Mann-Frau-Kommunikationsprobleme erörtert bekommen, oder vermeintlich dramatische Familienstories lesen; von Leuten die aus der und der Szene kommen, diese und jene Probleme mit dem Partner haben, eine vermeintlich dramatische Familiengeschichte vorzuweisen haben.

Maßnahme: Abstraktion und ästhetischer Filter der Literaturproduzenten; endlich bitte!

7) Die Oligarchie der Adjektive

Wir haben schmerzlich registriert, dass das Arsenal an poetischen Begriffen, einst stolzes Waffenlager mit epochaler Durchschlagskraft, auf eine Handvoll im Streichelzoo gehegter Adjektive zurückgekürzt wurde.
Diese finden sich allesamt bin der Obhut sogenannter Literaturkritiker, wo sie wie Schoßhündchen herangezüchtet wurden.

Hüben finden wir das Wort LAKONISCH, welchselbes die literarischen Prosagestecke von so manch altgedienten Autor geziert hat, dessen eintönige Erzählungen einen in narkoleptische Schlafzustände entsenden.
Drüben sehen wir bei der Fütterung den Begriff LUZIDE, dessen Strahlkraft oft nur durch so simple Syntax scheint, dass schon ein Adverb oder ein Objekt im Genitiv nahezu maßlos erscheinen müsste.
Im Vogelkäfig bewegt sich behende die bestechende Kombination FULMINANT EPISCH, die mit Vorliebe auf 500 Seitenwerke aufgestempelt wird, deren bemerkenswerteste Wirkung ist, einem aufgrund ihres, wenn schon nicht inhaltlichen, so doch physikalischen Gewichtes beim Einnicken an den Schädel zu knallen.
Als Geschenk des letztjährigen Bachmannpreisgewinners durften wir das seltene ZART KONJUNKTIVISCH ZITTERND empfangen, das so scheu ist, man könnte fast sagen: abscheulich ist, dass ihm nichts mehr hinzugefügt werden kann.

Und damit meine sehr verheerten Damen und Herren, schließen wir die Führung durch unseren Zoo der zum zerbersten gefüllten Adjektive, die sie neu beladen in der Zeitung ihres Vertrauens vorfinden werden.
Maßnahme: Den Adjektiven das Genick brechen und sie zu Neubildungen stückeln.

8) Die schnoddrige Attitüde des ALLESABNICKENS im Feuilleton

Man weiß nicht ob es daran liegt, dass die Frauen und Herren, aber eher (alte) Herren des Feuilltons deswegen alles, was von der Jugend kommt, abnicken wie torkelnde Besoffene kurz vor dem Ausspeien, weil sie alt sind (oft) und sich an die im Saft stehende Blütezeit mit Schmerz und Trauer zurückerinnern, sich diese zurückwünschen, oder ob sie deswegen alles benicken, einnicken, weil sie das Zeug oft gar nicht gelesen haben und lieber Nettes sagen, als gar nichts sagen und also bisweilen und allgemein und überhaupt vieles abnicken. Wie auch in den Universitäten die Lehrstühle wie Leibstühle, scheint das Blättchen von alten Knackern voll und regiert; die Gerontokratie endet nie. Wie dort so auch im Feuilleton scheint der Machterhalt die Inhalte zu überlagern; man äußert sich aus reiner Gewohnheit, äußert herum, äußerlt hier und da. Und gleichzeitig bürgert es grauenvoll; die Bücherfetischisierungsattitüde tropft aus allen Poren, selbst die Jungen sind alt, ja nun kommt es, die, die so alt schreiben sind gar nicht unbedingt alt! Aber irgendwie muss man an Weinlaune und Pfeifenrauch denken, wenn man ihre Worte liest. Tatsache. Man kann das sogar online verfolgen. Sapperment.
Forderung und Maßnahme: Entblätterung.

9) Die kastrierte Innovation

Wir sagen nicht, dass jedes Rad jedes Mal neu erfunden werden müsste, aber wäre überhaupt keines jemals neu erfunden worden, würden alle Flugzeuge beim Abheben in Flammen aufgehen, weil die antiken Holzspindeln bei 400km/h Feuer fangen müssten.

Zwar verglühen wir in der Literatur nicht bei lebendigem Leibe, doch ist es bedenklich, dass wir Prosastücke von der selben Art vorfinden, wie sie als Schelmenroman schon die höfische Gesellschaft des Mittelalters beglückten.
Erzählungen, die so manchem Menschen des Barock bereits altbacken vorgekommen wären, strömen aus den Frühjahrsprogrammen, dass man meint, Ludwig dem 14. auf dem eingepuderten Schoß zu sitzen.

Zeitgenossenschaft ist allzu oft nichts als eine leere Worthülse, die sich in den Formenklischees der Vergangenheit wälzt: dem naiven Glauben, dass man eine rapide sich ändernden Welt mit den selben Vehikeln befahren könnte, die bereits unseren Großeltern peinlich waren. Jeder Versuch, sich in der Schöpfung neuer poetischer Grundsätze zu betätigen, wird verlacht und sofort als unmöglich klassifiziert.
Die dabei verwendete Argumentation grenzt an einen logischen Geniestreich: Alles was es gibt, gibt es ja schon! Nun, hätten wir das bloß bedacht! So viel Zeit und so viel Mühe wäre uns erspart geblieben, hätten wir in Tautologien gesprochen! Nur bleibt im Duktus unserer Kritiker zu entgegnen: Alles was es geben wird, wird es geben, also keine Sorge um uns!

Indessen leben wir dichtend in dürftigen Zeiten (Hölderlin):
Die Moderne wurde ohne viel Pomp und Gloria zugrabe getragen, als hätte sie sich niemals ereignet. Die Wiener Gruppe liegt mit den Vertretern des Futurismus und Oulipo in einem Massengrab, auf dem polobehemdete Tanzbodenbürschchen Prosecco ausschenken, bis man sich an deren Kaschmirschals selbst aufhängen will.

Maßnahme: Drei mal täglich 20 Minuten in einem Literaturkundelexikon lesen, dazu 5 Minuten Nachrichten schauen, um sich die Wohlfühlprosa aus dem Schädel zu blasen.

10) Seufzerelend

Dass man zu guter letzt und zu alledem eh nichts schaffen kann, alles mehr oder weniger, aber eher mehr sinnlos und trostlos ist und man lieber gar nichts probiert, um ja nicht zu scheitern, ist etwas, was einem mitunter als Mentalität des Raunzens vorkommt und ergo typisch… naja, Alpenrepublik oder Wasserkopf Wien erscheint; kein amerikanischer Fortschrittsoptimismus, in welchem man noch sagen darf, dass man große Pläne hat. Allerdings stellt sich die Frage, ob die seufzende Kapitulation nicht auch die kokette Prekariatsaffirmationsattitüde eines Milieus darstellt, das sich gerne selbst marginalisiert, weil Erfolg bäh ist und Geld bäh ist und Öffentlichkeit bäh ist und also das austreten aus dem Prekariat, um etwas zu erreichen irgendwie bäh erscheint.

Gleichzeitig will man für die (ästhetische?eigene?) Sache kämpfen, zeigt sie aber keinem, verweigert Kommunikation und ist dann trotzig, dass es dem Menschen ums Eck komplett schnurz ist. Gleichzeitig weiß man um die Mechanismen der Macht und der Menschen und der Machtmenschen Bescheid und analysiert beinahe wie erstarrt, rauchend und denkend und denkend und rauchend in französischem Bohème-Schick in seiner Dunkelkammer vor sich hin. Illusionen geistern, aber aufundabgeklärt. „Elendshipster und Seufzerbobos“(Raphaela Edelbauer) flüchten sich so in die „Melancholie der Dekonstruktion“ (Niklaus Largier) und verharren im Nebel der Traumatherapie.
Maßnahme: “We want the world and we want it now” (The Doors).